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Manager oder Leader? Was klingt im Lebenslauf besser?

Neulich erzählte mir eine Kundin, dass es „auf LinkedIn“ offenbar mehr in Mode sei, sich als Leader statt als Manager zu bezeichnen. Natürlich wollte die geschätzte Dame meine Meinung dazu hören – auch wenn sie sich ganz offensichtlich lieber als Leader denn als Managerin präsentiert hätte.
Das Problem ist aus meiner Sicht: Zum Leader erklärt man sich nicht selbst. Als Leader wird man von seinem Team oder seiner Community anerkannt – aufgrund der Werte, die man durch alles, was man tut, vermittelt.
Man kann ein Leader sein, ohne Manager zu sein, genauso wie man Manager sein kann, ohne ein Leader zu sein.

In offiziellen Berufsverzeichnissen gibt es die Position „Leader“ nicht, denn dafür müsste man ihr objektive und messbare Merkmale zuordnen können. Und wie Sie sich denken können, würden wir feststellen, dass diese mit denen eines Managers identisch wären. Der Unterschied zwischen Manager und Leader liegt nicht auf der „technischen“ Ebene – also nicht in Stellenbeschreibung, Verantwortlichkeiten und Rollen. Er liegt in den persönlichen Werten, der Haltung und der Fähigkeit, mit den Menschen um sich herum zu kommunizieren und sie zu motivieren: nicht nur ihre Ziele zu erreichen, sondern dies auf außergewöhnliche Weise zu tun (schneller, kostengünstiger, mit innovativen Lösungen usw.).

Ich habe Manager kennengelernt, die Ergebnisse liefern, Geschäftsziele erreichen, Fristen und Budgets einhalten – und all das, ohne in besonderer Weise mit ihrem Team zu interagieren. Sie beherrschen ihr Handwerk als Manager einfach sehr gut und setzen die tägliche Routine, das Erfolgsrezept ihrer Branche, effizient um. Sie halten keine motivierenden Reden, erzählen keine einprägsamen persönlichen Beispiele und fördern die Entwicklung ihres Teams nicht besonders. Das bedeutet aber nicht, dass sie für ihre Unternehmen weniger wertvoll sind. Oder dass sie bei Wettbewerbern oder anderen Arbeitgebern nicht gefragt wären. Denn nicht jeder von uns ist ein Leader oder kann einer sein. Aber wir alle können im Management Spitzenleistungen erbringen, wenn wir den Weg des Lernens, des Engagements und der harten Arbeit wählen.

Und aus Sicht eines Recruiters, der Lebensläufe oder Online-Profile liest, bin ich mir sicher: Eine ehrliche Haltung des Kandidaten kommt besser an.

Letztlich gilt – ganz gleich, was in Ihrem LinkedIn-Titel steht: Sie sind nicht deshalb ein Leader, weil Sie es sagen, sondern weil andere es glauben.

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